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Berichte über die Gay-Szene
Auf der sunny side, die sich im Waterkant Viertel (und dem benachbarten Green Point), dem ältesten Stadtteil zwischen Strand Street und der Table Bay zur wild side Cape Towns entwickelt hat - zumindest für uns Mädels und Jungs. Hier ist die Gay-Szene Südafrikas zu Hause, denn von den gut 300 000 Queers (Kapstadts Gesamtbevölkerung zählt 4 Mios) leben die meisten in dieser Gegend am Fuß des Signal Hill mit einem unglaublich adrenalinpuschenden Blick auf den Atlantischen Ozean, einen Teil des Hafens, V&A Waterfront, die Stadt und das Table Mountain Massiv. Seit 1996, seit in Sharpeville die erste freie Verfassung Südafrikas vom damaligen Präsidenten Nelson Mandela unterzeichnet wurde, ziehen aus ganz Afrika Schwule und Lesben hierher. Denn diese Verfassung garantiert als erste und bisher einzige der Welt Homosexuellen ausdrücklich unbedingte Gleichstellung, es gibt keine Razzien in einschlägigen Etablissements, dafür gleichgeschlechtliche Ehen, problemlose Adoptionen und keine Nachteile bei der Jobsuche oder in der Armee. Daß Homosexuelle zu Apartheidszeiten eher mit den Schwarzen und Coloureds, also mit den Underdogs gleichgestellt waren, ist kein Geheimnis. Daß jedoch der Aufbruch aus dieser Isolation für Gays und Lesben so viel schneller vonstatten ging, als für alle Farbigen - und auch als anderswo auf der Welt - ist das Verdienst der Capetonians, die an schräge Verhältnisse und schrille Szenen traditionell gewöhnt sind, denkt man nur an die Hafengebiete, wo in den einschlägigen Kneipen und Bordellen schon seit 1652, als der Holländer van Riebeeck hier eine Versorgungsstation für die Holländisch-Ostindische Gesellschaft einrichtete, der Bär tanzt.
Aus Zimbabwe zogen viele Queers hierher, um der Schwulenjagd Mugabes zu entgehen, aus Ostafrika und aus dem Westen des Kontinents und sie fanden die Gay-Szene Cape Towns eifrig bastelnd an dem bis dato ziemlich verwahrlosten Teil des alten Malaienviertels vor. Es hatte sich nämlich herumgesprochen, daß De Waterkant "zu verkaufen" ist und wer wollte nicht eines der schmalen, ineinanderverschachtelten Häuser erwerben. Kein Haus gleicht hier dem anderen, nicht einmal ähneln Vorderfront und Rückseite eines Gebäude sich. Und alle sind in den unterschiedlichsten Farben angestrichen, so daß De Waterkant das Flair der Rainbow - Nation wiederspiegelt. Auch den Frohsinn, denn auf den Dachterrassen wird gepartyt, manchmal jeden Abend, oft bis zum nächsten Morgen und wer´s sieht oder hört und vorbeikommen will, soll das tun. Denn die Schwulenszene Cape Towns ist nicht ein bißchen zickig. Das merkt man auch beim Besuch der Lokalitäten, die sich übrigens gleich zu Beginn der Neubesiedlung des Viertels etablierten. Roussel war mit The Waterkant Café, dem Top Restaurant im Areal der erste, dann kam Frank und eröffnete das Anatouli und The Manhattan Café ließ nicht lange warten auf sich warten, genauso wie die Blah-Bar, eine erstklassige Nachtbar mit ganz edlen Schwulen, Lesben und Transvestiten und The Bronx und Angels, sowie das Brenda´s Bash (nur für Lesben), die auch schon seit dieser Zeit etabliert sind, ebenso wie The Hot House, die piccobello Sauna in der Jarvis Street . Szene und Strich sind hochaktiv, aber nicht aufdringlich. Schrill und glitzernd und farbig, aber nicht tuntig - es sieht aus, als sei´s ein Riesenspaß in Cape Town schwul oder lesbisch zu sein, zumal kein nicht so warmer Mensch sich an das andersartige Treiben stört.
Zum Cruisen sind die Traumstrände, beispielsweise der Sandstrand von Camps Bay, Clifton, Llandudno, Graff´s Pool und der FKK-Strand Sandy Bay entlang des Atlantischen Ozeans, zwischen der Stadt und dem Cape Point, ein weites Feld.

Dabei ist die Mainroad von Seapoint Richtung Noordhoek mit Vorsicht zu befahren, denn hier ist neben dem gewöhnlichen Straßenstrich die Rauschgift- und Zuhälterszene ansässig, ein gefährliches und gar nicht zimperliches Pflaster. Apropos "fahren": die Strecke mündet hinter Hout Bay in den Chapman´s Peak Drive, jene Straße, die ihrem Ruf, die vielleicht schönste Küstenstraße der Welt zu sein nur allzu gerecht wird. Man fährt von einer spektakulären Aussicht zur nächsten und hinter jeder Kurve wird der Anblick des Kaps noch aufregender. Klingeln da nicht die Signale bei allen Motorradfahrern? Und in der Tat ist die Strecke von Motorbikern stark befahren. Die Mühle kann auch bequem auf den Trip in die Weinregionen nördlich von CT "geritten" werden, zur Paarl Wineroute, der von Stellenbosch, Franschhoek und Constantia oder du mietest dir ein Oldsmobil zum Hinfahren, schwingst dich dort angekommen auf einen Pferderücken und reitest von Kellerei zu Kellerei. Doch sollten Übernachtungen unbedingt eingeplant sein, denn die Weine Südafrikas gehören zu den besten der Welt, um mit einer weiteren Superlative zu schließen.
Also macht es nicht nur Spaß schwul in Kapstadt, in der "Mother City" zu sein, es macht auch sehr viel Spaß, schwul oder lesbisch und in Kapstadt zu sein und - es macht ebenso viel Spaß überhaupt in Kapstadt zu sein!
Informationen
Beste Reisezeit ist ganzjährig, denn selbst wenn es im südafrikanischen Winter zwischen April und Oktober auch tagsüber schon mal ein bißchen kühler ist als 20-25°Celsius, so sind diese Temperaturen uns Mitteleuropäern sicher angenehm.
Reiseveranstalter
In Deutschland ist Albatros Urlaub, Feldbergstraße 18, 65830 Kriftel/Taunus, Tel/Fax. 06192 4 15 43, im Internet mit eigener Gaytravel-Page, auf das Zusammenstellen von Individualreisen eingestellt, besonders auch für Schwule und Lesben.
Petra Hänel, die Besitzerin von Albatros Urlaub, arbeitet in Kapstadt eng mit Jeremy Knowles und Steve Koch zusammen. Beide sind schwul, extreme Kenner der Gay-Szene und Eigentümer des südafrikanischen Spezialveranstalters Africa Outing (Tel. 0027 21 6 71 40 28, Fax 0027 21 6 83 73 77, e-mail: afouting@iafrica.com, Internet: afouting.com), die allein Touren und Safaris für Homosexuelle im gesamten Südlichen Afrika unternehmen.
Magazine
- Gay SA
- Outright
- Exit
- Gay Pages
Telefonnummern
- Chat lines Tel. 0027 11 3 97 10 11
- Gay&Lesbian&Bisexual Helpline Tel in Kapstadt 021 2 22 50
Bars
- Blah Bar, 21a Somerset Road
- Angels, Somerset Road
- Detour, Somerset Road
- Bronx, Ecke Somerset Road/Napier Street
- Dominos, The Courtyard, 100 Mainroad
- Evita se Perron, Darling Station Darling
Spezialkinos
- Cinema Nouveau, V&A Waterfront und Cavendish Square
Spezialtheater mit Bar
- Brunswick, 17 Bree Street, obere Etage
Restaurants
- The Waterkant Café, De Waterkant
- Anatouli, De Waterkant
- Obz Café, Lower Main Road
- The Restaurant, Somerset Road
- Maria´s Greek Restaurant, Dunkley Square
Sauna
- The Hot House Steam & Leisure, Jarvis Street, Tel. 021 418 38 88
Massagen
- Discreet, M2M Studios, 13 Glynnville Terrace, Tel. 021 465 17 30/461 48 52
- Knights, Atlantic Seaboard, Tel. 021 434 04 28
- The Barracks, 20 Scott Street, Tel. 021 465 79 00
- Stallions, Beach Road, Tel. 021 439 45 52
Geld
Währung ist der Rand. R5 ist ca. 1 Franken. In fast allen guten Hotels und Geschäften kann man mit gängigen Kreditkarten (Visa; Mastercard, American Express) zahlen und alle Banken sind mit Bank-o-maten ausgerüstet, die Tag und Nacht zugänglich sind.
Informationen
Africa Outing, 5 Alcyone Road, Claremont, 7708, Cape Town, South Africa, Tel. 0027 21 6 71 40 28, Fax 6 83 73 77, Handy: 083 2 73 84 22, e-mail: afouting@iafrica.com
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