Und so schrieb die NZZ am Sonntag am 26. August 2007
über das Mama Africa und die KapWeine.
Supplément "Kap-Food"
Die Stadt Zürich ist reich an Gaststätten
mit internationaler Küche. Als neues Thema kommt
jetzt Südafrika dazu. Am 14. September wird an
der Heinrichstrasse 239, im ehemaligen Restaurant «Koch's»,
das «Mama Africa» eröffnet. Das Lokal
besteht aus drei Bereichen: Speise-Restaurant, Bar/Lounge
sowie «Mama Chicken». Das Restaurant mit
über 200 Plätzen bietet mit seiner afrikanisch-europäischen
Fusionsküche Spezialitäten wie etwa Springbock
oder Kudu an. Auf der Weinkarte stehen ausschliesslich
Weine vom Kap der guten Hoffnung, davon rund zehn Gewächse
im Offenausschank. Hinter dem Konzept steht der Gastronom
Fredy Wiesner, der bereits Betriebe wie das australische
«Outback Lodge» in Zürich und Winterthur,
das asiatische «Nooch» in Zürich und
«Joey's coffee & kitchen» in Zürich
führt. (kep.)

Aus der Neuen Welt
Südafrika will mit edlen Tropfen im europäischen
Stil für Furore sorgen. Wir haben wegweisende Beispiele
gefunden
Das Weinland Südafrika zählt wie Kalifornien,
Australien oder Chile zur sogenannten Neuen Welt. Ihr
fehlt im Gegensatz zu den europäischen Anbaugebieten
- zur Alten Welt - meist eine Tradition über Jahrhunderte.
Zwar wurden am Kap der Guten Hoffnung bereits 1655 erste
Rebstöcke angepflanzt. Aber so richtig ernst genommen
wurde Südafrika erst Anfang 1990, als die Regierung
die Apartheid-Politik aufgegeben hatte. Der ganz grosse
Durchbruch ist dem Land aber noch nicht gelungen, weil
eigentliche Lokomotiven fehlen.
Nun wollen südafrikanische Produzenten allerdings
nicht einfach in den Topf der Neuen Welt geworfen werden.
Deren Gewächse sind oft an ihrer üppigen,
süssen Frucht und Opulenz zu erkennen - und von
diesem Stil sind qualitätsbewusste Kap-Güter
wenig angetan. Ihre Weine sollen «europäisch»
schmecken. Kennzeichen sind demzufolge eine vielschichtige
Aromatik, Eleganz, Finesse und etwas weniger hohe Alkoholwerte.
«Mit solchen Weinen kann sich Südafrika im
Markt besser positionieren als mit schweren Blockbustern»,
glaubt Andy Zimmermann, Geschäftsführer der
auf südafrikanische Provenienzen spezialisierten
Weinhandlung Kapweine.
In der Tat hat das Neue-Welt-Land einige Trümpfe
in der Hand, um bekömmliche Weine zu produzieren.
Das für den Weinbau ideale Klima ist geprägt
durch die Nähe zum Atlantischen Ozean im Westen
und zum Pazifischen Ozean im Osten. Im Sommer ist es
am Tag oft sonnig, während kühle Nächte
und Brisen für lange Reife-Perioden verantwortlich
sind. Natürlich gibt es auch heissere Anbaugebiete,
wo vor allem Alkohol-starke Dessertweine herkommen.
Beim Ausbau ihrer Weine orientieren sich die Winzer
an den europäischen Gepflogenheiten und setzen
zumindest für die guten bis sehr guten Qualitäten
kleine Eichenfässer aus Frankreich ein. Die günstigeren
Barriques aus amerikanischem Holz, die sonst bevorzugt
in der Neuen Welt eingesetzt werden, sind vielerorts
verpönt.
Am Kap ist die Rebsorten-Vielfalt immens. An der Spitze
steht der weisse, aus dem Loire-Tal stammende Chenin
blanc mit einem Anteil von 18 Prozent an der Anbaufläche
von 110 000 Hektaren. Die Sorte wird in Südafrika
Steen genannt.
Auf Platz 2 der Rebsorten-Hitparade folgt der aus
dem Bordelais bekannte Cabernet Sauvignon mit 11,7%.
Zum Vergleich: Der einheimische Pinotage, eine Kreuzung
aus Pinot noir und Cinsault, bringt es nur auf 6,7%.
Für Zimmermann stellen die sogenannten Bordeaux-Cuvées,
also die Verschnitte aus mehreren Sorten wie Cabernet
Sauvignon, Merlot, Petit Verdot und Malbec, die «Königsklasse»
unter den südafrikanischen Weinen dar. Diese Gewächse
liegen seit einiger Zeit im Trend, weil die meisten
Weingüter damit auf den Markt drängen - nicht
immer mit günstigen Preisen. Eine der Ausnahmen
bildet Glen Carlou, das sich in Schweizer Besitz befindet.
Der Premium-Wein Grand Classique ist zu einem vorteilhaften
Preis zu haben. Der Betrieb zählt mit seiner Produktion
von jährlich 250 000 Flaschen zu den kleinen Gütern.
Überhaupt ist das Land am Kap mit wenigen Ausnahmen
von Wein-Boutiquen geprägt und hebt sich auch damit
von der Neuen Welt ab. Peter Keller
Von Chenin Blanc bis Cabernet Sauvignon
Wir haben nach südafrikanischen Weinen im europäischen
Stil gesucht und charakteristische Beispiele gefunden:
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Chardonnay Méthode ancienne 2002, Springfield:
mittelgewichtiger, eleganter Weisswein mit mineralischen
Tönen und gut eingebundenem Holz, gleicht
einem Burgunder. Der Familienbetrieb Springfield
produziert Terroir-betonte Weine mit möglichst
wenig Eingriffen in der Vinifikation. Preis: Fr.
38.80, erhältlich bei Kapweine, Wädenswil,
www.kapweine.ch oder Tel. 043 888 21 21. |
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Grand Classique 2003, Glen Carlou:
klassischer Bordeaux-Verschnitt aus Cabernet
Sauvignon und Merlot, vielschichtiges Bouquet,
schwarze Früchte, Rauch, gute Struktur, reife
Tannine, elegant. Das Gut gehört zur Schweizer
Hess-Gruppe. Preis: Fr. 24.-, bei Kapweine. |
Bilder
Grosses Interesse an über 200 Weinen aus Südafrika an den South African Days vom Mai 2009.
Lageplan

Mama Africa, Heinrichstr. 239, 8005 Zürich
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